CoGardening





Hochbeete mit Mehrwert für unsere Stadt Coburg, Kleinstgärten im Coburger Stadtraum
Im Wintersemester 22/23 setzten sich Studierende der Hochschule Coburg im Projekt CoGardening mit Fragestellungen betreffend den Coburger Stadtraum auseinander.
In Teams der Studiengänge Integriertes Produktdesign und Innenarchitektur entwickelten sie Konzepte, die im Rahmen der Ausstellung modellhaft zu betrachten sind. Die Arbeiten sind als Beiträge zur Transformation des Stadtraumes hin zu einer nachhaltigen Zukunft zu verstehen. Im Rahmen des green deal der Stadt Coburg wurden Strategien und Ideen für eine sozial, wie ökologisch nachhaltige Zukunft gesammelt, entwickelt und umgesetzt. Die Projekte der Studierenden unterbreiten den Bürgerinnen und Bürgern einen Vorschlag, an einem nachhaltigen, grüneren Stadtraum teilzuhaben und diese Veränderungen gemeinsam zu gestalten.
Ergebnisse und Gewinner
Ein geschützter Raum mitten in der City. Das ist „Scrat“ auf dem Vorplatz des AWO-Mehrgenerationenhauses. „Scrat“ besteht aus Hochbeeten, die teilweise mit einem Rollstuhl unterfahrbar sind. Regale für Werkzeuge oder Pflanzentausch bilden zusammen mit einer dynamischen Bank die Struktur für eine urbane Gartenlandschaft. „Scrat“ ist eins von insgesamt acht Projekten. Und es ist das erste, das realisiert wurde.
Nach einer Jury-Entscheidung werden drei weitere Vorschläge in die Tat umgesetzt:
• OpenUP: Das vier Meter lange Holzmodul besteht aus einem Tisch mit eingelassenen Tontöpfen, die mit Kräutern bepflanzt sind. Beidseitig aufgereiht sind Sitzbänke, die sich auseinanderziehen lassen.
• Pflanzmatt! 64 mit Moos bewachsene Holzmodule bilden das Spielfeld, ein Kunststoffrohr im Boden die Halterung für die Blumentöpfe mit unterschiedlich langen Beinen. Die verschiedenen Schachfiguren werden durch die jeweilige Höhe und Bepflanzung dargestellt.
• Beet sharing: Über ein Online-Portal finden sich Host (Gastgeber) und Grower (Züchter), also jemand, der eine zu bewirtschaftende Fläche/Beet anzubieten hat, und jemand, der diese Fläche gern eigenständig bepflanzen möchte. Zur Anfertigung von Hochbeeten stehen ausgearbeitete Bauanleitungen zur Verfügung.
Das Ziel
Durch den Bau von Prototypen im Creapolis und dem Entwurf von Anleitungen können Coburger Bürger/innen die Projekte weitest möglich selbstständig nachbauen und so aktiv die nachhaltige Transformation des Stadtraums auf vielfältige Weise mitgestalten.

Phasen
Präsentation der GewinnerInnen
CoGardening: Die Gewinner stehen fest

Acht Projekte für Kleinstgärten und Hochbeete mit Mehrwert im Stadtgebiet, entwickelt von Studierenden unserer Hochschule, stellten sich im Rahmen von CoGardening der Abstimmung: Welches Projekt gefällt den Coburgern am besten? Zusätzlich zur Präsentation auf der Green Deal-Plattform waren Projekt-Modelle im Stadthaus ausgestellt. Voten konnte man sowohl auf der Plattform als auch mit einem Stimmzettel in der Ausstellung.
Gewonnen hat das Projekt „Die Wabe“ von Louise Chamilew, Lara-Sophie Tchadjobi und Nicole Heier. Dabei handelt es sich um zusammengewürfelte Beet-Module in Hexagonform, die in verschiedenen Arbeitshöhen die Möglichkeit bieten, eigenes Gemüse, Kräuter oder ähnliches anzubauen. „Die Wabe“ bekam 189 Online- und 17 Papierstimmen – insgesamt 206. Das Preisgeld beträgt 500 Euro.
Auf dem zweiten Platz landete das Projekt „Scrat“ von Eva Conci, Johanna Ballestrem und Ronja Augsburg. Der Entwurf basiert auf den drei Grundmodulen Hochbeet, Regal und Sitzbank. Alle Module können an den jeweiligen Ort und nach individuellen Bedürfnissen angepasst werden und sind für jeden zugänglich. „Scrat“ bekam 158 Online- und 25 Papierstimmen – insgesamt 183. Das Preisgeld beträgt 300 Euro.
Den dritten Platz belegt das Projekt „Pflanzmatt!“ von Lea Neubauer, Vanessa Dorn und Sarah Horn. Das modulare Riesenschachfeld aus 64 Holzteilen wird mit verschieden hohen Pflanzen bestückt, die den Rang der „Schachfiguren“ symbolisieren. Die mit Moos begrünten Elemente des Pflanzenschachs sind kompakt gestaltet und können übereinander gestapelt werden. „Pflanzmatt!“ erhielt 66 Online- und 4 Papierstimmen – insgesamt 70. Das Preisgeld beträgt 200 Euro.
Die Nächstplatzierten sind
„Beet-Sharing“ (58 Online-, 9 Papierstimmen – insgesamt 67),
„OpenUP“ (42 + 21 = 63), „Stadt.finden“ (35 + 18 = 53),
„in`klood“ (32 + 21 = 53) und „UpSi“ (25 + 24 = 49).
Herzlichen Glückwünsch!
Welche Projekte im Stadtgebiet umgesetzt werden, hat eine Jury aus Oberbürgermeister Dominik Sauerteig, Philipp Stingl und Carl Baetjer von der Hochschule Coburg und Anette Vogel von der Geschäftsleitung der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) beraten. Die Auswahl fiel auf
- OpenUP: gut und vielseitig einsetzbar und eine Bereicherung für den Coburger Wochenmarkt Auch bei Schulen gut einsetzbar.
- Scrat: gut gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus realisierbar.
- Pflanzmatt! Für den Markt gut geeignet
- Beet sharing eine innovative Idee für gemeinsames gärtnern.
Und das Projekt geht im Sommersemester unter dem Titel „CO-Gardening 2.0 – Hochbeete mit Mehrwert für unsere Stadt Coburg – Kleinstgärten im Coburger Stadtraum“ an der Hochschule in die Weiterentwicklung. Die Entwürfe sind so weiter zu entwickeln, dass sie von Coburger Bürger*innen oder etwa von Schüler*innengruppen weitestmöglich selbstständig umgesetzt werden können. Die Entwürfe werden daher unter einem Open-Source Gedanken geprüft und bewertet. Ziel ist es, dass Interessierte möglichst niederschwellig, z.B. bei Creapolis nach Anleitung und unter möglicher Betreuung eigenständig tätig werden können und so eine Hilfestellung zur Selbstermächtigung erfahren. Die Projekte dienen als Anreiz selbst tätig zu werden und als Bürger*innen aktiv die nachhaltige Transformation des Stadtraums auf vielfältige Weise mitzugestalten.
