19/07/2023 Impressionen zur Wasserwerkführung
Wissen rund ums Coburger Wasser - Eine Bildergalerie zur Führung durch das SÜC-Wasserwerk in Cortendorf
Eigentlich sollte der 20. September in Coburg ein Feiertag sein. Warum? An diesem Tag im Jahr 1890 beschloss der Magistrat einstimmig, zur Trinkwasser-Versorgung der Stadt mit damals 24.000 Einwohnern sieben Quellen nahe der Ortschaft Fischbach im Froschgrund zu erschließen. Eine Entscheidung, die bis heute dafür sorgt, dass die SÜC (Städtische Werke Überlandwerke Coburg) in der glücklichen Lage ist, problemlos genügend Trinkwasser für die rund 17.000 Hauswasseranschlüsse zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Anekdote eröffnete SÜC-Hauptabteilungsleiter Jürgen Zimmerlein die vom Green Deal organisierte Führung durch das Cortendorfer Wasserwerk.
Die rund 20 Teilnehmer erfuhren, dass heute rund drei Viertel des Coburger Wassers aus eigenen Tiefbrunnen in den Gewinnungsgebieten bei Fischbach und dem Neustadter Kessel stammen. Ein Viertel der insgesamt jährlich rund 4,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser kommt aus dem Netz der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) und damit hauptsächlich aus der Ködeltalsperre. Das aus bis zu 140 Metern Tiefe stammende Wasser hat bereits Trinkwasserqualität, die ständig kontrolliert wird. Die natürlich enthaltene Kohlensäure wird dem Wasser in Cortendorf wieder entzogen. In insgesamt 14 Hochbehältern werden rund 12.000 Kubikmeter Wasser gespeichert - diese Menge entspricht ungefähr einem Coburger Tagesbedarf. Im Katastrophenfall können Notstromaggregate die Wasserversorgung sicherstellen.
Viele Fragen der Teilnehmer drehten sich um das Thema Wasserknappheit und Klimawandel. Laut Jürgen Zimmerlein herrschten für nordbayerische Verhältnisse nahezu „paradiesische Zustände“ aufgrund der für die Wassergewinnung hervorragend geeigneten Bodenverhältnisse. Trotzdem sollte behutsam mit den Vorräten umgegangen werden. Immerhin verbraucht jede/r Einwohner/in rund 125 Liter pro Tag. Ein Wermutstropfen: Heute eingespartes Trinkwasser kann nicht langfristig für die Zukunft aufbewahrt werden. Wichtig sei mehr Wasserrückhalt in der Fläche und der Vorrang für die öffentliche Trinkwasserversorgung bei der Vergabe von Wasserrechten. Außerdem solle man Strategien zum Wassersparen für schwierigere Zeiten in der Schublade haben.








0 Beiträge
Filter
Gesamtanzahl der Beiträge: 0Keine Werte verfügbar.
